Der Kreuzweg von Sumvitg nach Clavadi

Am Sträßchen von Sumvitg nach Clavadi steht ein Kreuzweg mit 14 Stationen, den wir – seit wir in der Surselva Urlaub machen und dann immer in St. Benedetg wohnen – fast täglich sehen, an ihm vorbeifahren (zumindest an den Stationen 1 – 6).
Bis zum Sommer 2008 beherbergten die Granitsäulen alte, teils sehr verwaschene Bilder, die uns mit ihrer Spiritualität dennoch sehr ansprachen. 2008 / 2009 wurden diese Bilder dann erneuert (in Acryl) durch den Maler Gieri Schmed – ein in Truns ansässiger Künstler (siehe Biografie).
Bei der Weihe des „neuen“ Kreuzwegs Ende September 2009 kamen wir mit Bewohnern des Dörfchens Clavadi ins Gespräch und erhielten von der Familie Pauli Bass-Maissen in der Folge einige Dokumente, die die Historie ein wenig beleuchten. Alle diese Schriftstücke sind in Romanisch geschrieben – unser Freund Mario Schwarz (Arbon) hat sie auszugsweise übersetzt, wofür ihm herzlich Dank gesagt sei.
Die Pfarrkirche ist auf dieser Website ausführlich dargestellt. Zur Kapelle in Clavadi findet man im Internet:

Katholische Kapelle Nossadunna de Lourdes

Die katholische Kapelle Nossadunna de Lourdes liegt etwas erhöht in der Mitte der Fraktion Clavadi, 320 m über der Talsohle auf der linken Talseite. Sie ist von Sumvitg aus auf einem geteerten Fahrsträßchen in Richtung Sogn Benedetg, mit Abzweigung bei Pt. 1165 zu erreichen. Unter Leitung des Architekten Dregger wurde die Kapelle im Jahre 1899 erbaut. Die drei Glocken lieferten die Gebrüder Theus aus Felsberg. Die Weihe der drei Glocken erfolgte am 15. August 1901 durch Kanonikus Tumaisch Beer aus Sumvitg. Drei Tage später wurde die Kapelle durch Bischof Johann Fidelis Battaglia zu Ehren der Nossadunna da Lourdes konsekriert. Am 3. März 1903 konnte der Kreuzweg entlang der alten Strasse von Sumvitg nach Clavadi eingesegnet werden. 1965 erfolgte die Renovation der Kapelle. Am 23. Juli 1986 zerstörte ein Brand nach einem Blitzschlag das Dach der Kapelle samt Dachreiter und Glocken. Der Wiederaufbau stand unter der Leitung von Architekt Walter Gartmann aus Trun. Am 6. September 1987 wurden durch Domherr Gieri Candinas und Ortspfarrer Martin Bearth drei neue Glocken von Rüetschi, Aarau und die renovierte Kirche eingesegnet. Der nach Norden gerichtete Chor (L. mit Grotte 7,50 m, Br. 6,30 m) ist nicht eingezogen, flach geschlossen und um vier Stufen erhöht. Er ist mit einem grätigen Kreuzgewölbe bedeckt. […]
In Türnähe liest man die Inschrift: „BAGHEDIADA ILS ONNS 1899 - 1901, CONSECRADA ILS 18.8.1901, TUCCADA DIL CAMETG ILS 23.7.1986, RECONSECRADA ILS 6.9.1987“ Vor dem Portal, das von einem kleinen Pultdach geschützt ist, wird die alte Glocke von 1612 aufbewahrt. Der Dachreiter erhebt sich auf dem Satteldach der Kapelle über dem Eingang. Er ist mit Kupferblech beschlagen, besitzt rundbogige Schallfenster mit Jalousien und ist mit einer hochgezogenen Haube mit Kugel und Kreuz bekrönt. In ihm erklingen die elektrisch angetriebenen drei Glocken.

Über die Kapelle gibt es eine kleine Schrift,
La caplutta de Nossaduna de Lourdes a Clavadi (Sumvitg)
die den Druckvermerk trägt:
Stampa Romantscha, Mustér – 1954
Aus ihr zitiert:

Um das Jahr 1830 hat sich ein Junggeselle aus Trun (Giuli Wolf) mit einem Mädchen aus Clavadi (Dorothea Caviezel) verlobt. Trotz seiner schlechten finanziellen Lage hatte er den großen Wunsch, wenigstens eine kleine Kapelle in Clavadi zu realisieren. Mit großem Eifer und Zuversicht hat er versucht Geld für die Errichtung einer Kapelle zu sammeln, jedoch ohne Erfolg. Was er gesammelt hat sind ca. Fr. 20.-. Das gab ihm keinen Mut mehr. Er hat das Geld in das Pfarrhaus von Sumvitg gegeben. […]
Erst im Jahre 1898, am Kirchweihtag in Sumvitg hat man beschlossen dieses Thema wieder aufzunehmen. Die finanziellen Ressourcen waren äußerst gering. Deshalb haben die Bürger möglichst alles selbst an die Hand genommen und vorwiegend in Fronarbeit den Bau ermöglicht. Zuerst mussten aber die kirchlichen Autoritäten die Bewilligung zum Bau geben. […]
Die Firma Räber aus Luzern hat die Kreuzwegstationen in der Kirche besorgt, sowie auch zwei Messbücher. Das alles kostete Fr. 109.30. […]
Die Kreuzwegstationen in der Kapelle bestanden schon am Tag der Einsegnung der Kapelle. Doch wirklich errichtet und mit Ablass versehen sind sie erst ein Jahr später durch den Pfarrer selber. […]
Es sind zwei Jahre nach der Segnung der Kapelle, dass die Bewohner von Clavadi ein weiteres Werk vorstellen können. Diesmal handelt es sich um die Kreuzwegstationen von Sumvitg bis zur Kapelle in Clavadi. […]
1903 gibt Johannes Fidelis Epps. von Chur (Bischof von Chur) die Bewilligung zur Errichtung und Einsegnung dieser Stationen. […]
Die Granitsäulen der Kreuzwegstationen neben der Strasse sind von Clau Antoni Columberg, ein alter Steinmetz von Cavardiras, gehauen worden. Er wurde mit Fr. 94.- entschädigt. […]
NB. Im Auftrag des Bistums habe ich, Tumaisch Gius. Beer, Pfarrer von Sumvitg, die Kreuzwegstationen mit den Ablassen versehen, die nach den Regeln der Kongregation vom 10. Mai 1742 vorgeschrieben sind. In Treu und Glauben habe ich die oben erwähnten Angaben mit eigener Hand dieses Testimonio (Bescheinigung) unterschrieben.
Sumvitg, 25. März 1903 […]

1954

Wir stehen im Marianischen Jahr. Am 8. Dezember 1954 sind es hundert Jahre seit Papst Pius IX das Dogma zur „Jungfräulichkeit Mariens“ zusammen mit den Bischöfen der Welt verkündet hat. Papst Pius XII hat dies zum Anlass genommen ein Jahr vorher ein Marianisches Jahr anzukündigen. Dieses Marianische Jahr vom 8. Dezember 1953 bis zum 8. Dezember 1954 sollte ein Jahr der Festlichkeiten, der Gebete und der Pilgerfahrten, ein Jahr der Zuversicht unter dem Schutz Mariens sein.
[…]
50 Jahre [= 1954] später war es soweit, dass sie außer Dienst waren und ohne Ablass. Alle 15 Granitsäulen (eine für die armen Seelen im Fegefeuer) waren defekt. Drei waren kaputt, die anderen aufwärts oder am kippen, doch sie waren noch da. Die Bilder, gemalt auf Blech in kleinen Nischen mit Bildstock, die zu den Säulen gehörten, waren stark beschädigt, doch noch erhalten. In diesem Marianischen Jahr sind sie neu errichtet und mit Ablassen ausgestattet worden. Es ist eine Freude zu hören, wie das Volk sich freut. Die Firma Beer aus Rabius hat die Granitsäulen hergerichtet und restauriert während Schmid Flurin Monn aus Sumvitg die Eisenkreuze geliefert hat. Die Maler Stöckli aus Stans haben die Bilder mit großem Respekt und Fachwissen restauriert. Die Holzkreuze mit den Ablassen hat Giuli Wolf von Clavadi errichtet.
[…]
Am 20. Mai des laufenden Jahres hat Pater Elpidius Bätschmann, ein Kapuziner aus Mels die Ablasse errichtet und bereichert.
[…]
Nach Angaben des Bischofs von Chur an den Pfarrer von Sumvitg, können die Pilger zu den gleichen Konditionen die Ablasse erwerben wie in Disentis, Marialicht in Trun und Zitegl.
[…]

Im Anschluss an die Weihe des restaurierten Kreuzwegs am 27. September 2009 sprach Pauli Bass in der Kapelle über den Kreuzweg und berichtete u.a., dass die 1. Kreuzwegstationen (Bildtafeln) vermutlich 1965/66 nach Afrika verschenkt wurden, wo der Bruder Gion Battesta Bass als Priester Dienst tat.
Der bestehende Kreuzweg von Sumvitg nach Clavadi wurde zwischen 1984 und 1986 von Gieri Schmed zum ersten Mal restauriert.Aus Protokollen der Pfarrei:

Unser Nachbar, Conrad Tuor, wohnhaft in Luasanne, hat sich anerboten, die Kosten für die Restaurierung des Kreuzweges zu übernehmen. Die Vorsteherschaft übergibt ihm die Kompetenzen, diese Arbeiten ausführen zu lassen und dankt ihm ganz herzlich dafür.
Sumvitg, 29.11.1984 - Der Aktuar Palmiro Cajacob

Albert Candinas macht auf die Bilder des Kreuzweges aufmerksam. In diesem Zusammenhang will er die Kirchbürger bewegen, eine Prozession durchzuführen und dies um Auffahrt herum.
Sumvitg, 23.4.1986

Der Kreuzweg ging 1986 (zusammen mit dem Inventar der Kapelle) in die Verantwortung der Kirchbürger von Clavadi über.

Im April 2008 wurde beschlossen, sie auf Grund ihres sehr schlechten Zustands erneut restaurieren zu lassen. Diese Aufgabe wurde wiederum Gieri Schmed übertragen. Versuche mit verschiedenen Farb-Materialien führten zu dem Beschluss, die neuen Bilder in Acryl auszuführen, da dies besonders haltbar im Freien ist.


Quelle: http://www.regiun-surselva.ch/index.php?id=1101&objekt=1072

Die Kapelle Nossadunna de Lourdes auf www.kirchen-online.org (seit Juli 2014)

Kreuzwegstationen

In Jerusalem hielt man beim Kreuzweg anfangs nur an zwei Stationen inne (Verurteilung beim Haus des Pilatus und Kreuzigung), aber nach und nach entstanden weitere Stationen, an denen der (biblischen und traditionell überlieferten) Stationen Jesu auf diesem Weg gedacht wurde. Im 14. Jahrhundert gab es in Jerusalem unter der Führung der Franziskaner Prozessionen auf dem Leidensweg Christi für Pilger. Jene brachten diese Andachtsform in ihre Heimatländer.

Sieben Stationen
Unter dem Einfluss der Passionsmystik, der Verknüpfung der sieben Tagzeiten des Stundengebets der Kirche mit Stationen der Passion Jesu und den sieben römischen Stationskirchen wurde der Kreuzweg im deutschen Sprachgebiet ebenfalls in sieben Stationen unterteilt, die die sieben Fälle Jesu oder die sieben Gänge Jesu genannt wurden. Daraus entwickelten sich die Sieben Fußfälle. Die ältesten Kreuzwege in Deutschland finden sich in Lübeck (Lübecker Kreuzweg, vollendet 1493), in Görlitz (Kreuzweg zum heiligen Grab, eingeweiht 1504), sowie in Nürnberg (Kreuzweg zum Johannisfriedhof mit Stationen von Adam Kraft) und in der Kirche St. Marien zu Homberg (Efze) (Sieben-Stationen-Kreuzweg). Der Bamberger Kreuzweg von 1504 umfasst neun Stationen.

Vierzehn Stationen
Seit der Zeit um 1600 wurden Kreuzwege mit 14 bebilderten Stationen errichtet. Sie zeigten den Weg Jesu von der Verurteilung durch Pontius Pilatus bis zur Kreuzigung und Grablegung. Als 15. Station diente die jeweilige Kirche als Abbild der Grabeskirche von Jerusalem. Diese Form geht auf den Franziskaner Leonhard von Porto Maurizio († 1751) zurück. Papst Clemens XII. erkannte im Jahr 1731 mit seinem Breve Unterweisungen über die Art, wie man den Kreuzweg abhalten soll diese Form des Kreuzwegs als kanonisch an und bedachte ihn mit Ablässen. An vielen Franzikanerklöstern entstanden nun Kreuzwege nach diesem Modell, so etwa der Kapellenkreuzweg Kloster Altstadt. In seinem letzten Lebensjahr baute Leonhard von Porto Maurizio mit päpstlicher Erlaubnis Kapellen mit den vierzehn Kreuzwegstationen in die Arena des Kolosseums ein, was die bis heute begangene Tradition des Kreuzwegs an diesem Ort begründete.
Als Bestandteil der Ausstattung von Kirchenräumen entstand der vierzehnteilige Kreuzwegzyklus gegen Ende des 17. Jahrhunderts. An den Wänden wurden 14 Stationen mit Holzkreuzen markiert, unter denen sich meist eine bildliche oder plastische Darstellung der jeweiligen Kreuzwegstation befand. Obwohl dieser Kreuzweg zunächst auf Kirchen des Franziskanerordens beschränkt war, blieb wegen der großen Beliebtheit dieser Andachtsform schließlich kaum mehr eine katholische Pfarrkirche ohne einen solchen Kreuzweg. Besonders im 19. Jahrhundert war der vierzehnteilige Kreuzwegzyklus innerhalb von Kirchenräumen sehr verbreitet. Joseph von Führich und seine Schüler schufen im Nazarener Stil das Genre der Führich-Kreuzwege, die in vielen Kirchen Mitteleuropas und Nordamerikas präsent sind.

Diese Tradition der Kreuzwege in Kirchenräumen setzte sich im 20. Jahrhundert fort, wobei außer unauffälligen Wanddekorationen auch bedeutende Kunstwerke entstanden.

Quelle: Wikipedia

Weg nach Clavadi

auf der Höhe der 11. Kreuzweg-Station

Fotografien des Kreuzwegs

Die 14 Stationen des Kreuzwegs habe ich dreimal fotografiert. Nachfolgend als Einzelbilder (mit der Möglichkeit durch Doppelklick ins Bild sie zu vergrößern) die heutige Version (2009 / Acryl).
Darunter eine "Winterversion" - Spät-Herbst 2008 - noch vor der Restaurierung der Bilder (die Stationen sind freigestellt).
und schließlich eine Aufnahmeserie aus dem Jahr 2007.

1. Station

Jesus wird zum Tode verurteilt

Mt 27,22-26
Pilatus sprach zu ihnen: Was soll ich denn machen mit Jesus, von dem gesagt wird er sei Christus? Sie sprachen alle: Laß ihn kreuzigen! Der Landpfleger sagte: Was hat er denn Übles getan? Sie schrieen aber noch mehr und sprachen: Laß ihn kreuzigen! Da aber Pilatus sah, daß er nichts schaffte, sondern daß ein viel größer Getümmel ward, nahm er Wasser und wusch die Hände vor dem Volk und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blut dieses Gerechten, sehet ihr zu! Da antwortete das ganze Volk und sprach: Sein Blut komme über uns und unsere Kinder. Da gab er ihnen Barabbas los; aber Jesus ließ er geißeln und überantwortete ihn, daß er gekreuzigt würde.

2. Station

Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern

Mt 27,27-31
Da nahmen die Kriegsknechte des Landpflegers Jesus zu sich in das Richthaus und sammelten über ihn die ganze Schar und zogen ihn aus und legten ihm einen Purpurmantel an und flochten eine Dornenkrone und setzten sie auf sein Haupt und ein Rohr in seine rechte Hand und beugten die Kniee vor ihm und verspotteten ihn und sprachen: Gegrüßet seist du, der Juden König! und spieen ihn an und nahmen das Rohr und schlugen damit sein Haupt. Und da sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm seine Kleider an und führten ihn hin, daß sie ihn kreuzigten.

3. Station

Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz

4. Station

Jesus begegnet seiner Mutter

5. Station

Simon von Kyrene hilft Jesus das Kreuz zu tragen

Mt 27,32
Und indem sie hinausgingen, fanden sie einen Menschen von Kyrene mit Namen Simon; den zwangen sie, daß er ihm sein Kreuz trug.

6. Station

Veronika reicht Jesus das Schweißtuch

7. Station

Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz

8. Station

Jesus begegnet den weinenden Frauen

Lk 23,28-31
Jesus aber wandte sich um zu ihnen und sprach: Ihr Töchter von Jerusalem, weinet nicht über mich, sondern weinet über euch selbst und über eure Kinder. Denn siehe, es wird die Zeit kommen, in welcher man sagen wird: Selig sind die Unfruchtbaren und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brüste, die nicht gesäugt haben! Dann werden sie anfangen, zu sagen zu den Bergen: Fallet über uns! und zu den Hügeln: Decket uns! Denn so man das tut am grünen Holz, was will am dürren werden?

9. Station

Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz

10. Station

Jesus wird seiner Kleider beraubt

Mt 27, 33-36
Und als sie an die Stätte kamen mit Namen Golgatha, das heißt: Schädelstätte, gaben sie ihm Wein zu trinken mit Galle vermischt; und als er's schmeckte, wollte er nicht trinken.
Als sie ihn aber gekreuzigt hatten, verteilten sie seine Kleider und warfen das Los darum.
Und sie saßen da und bewachten ihn.

11. Station

Jesus wird ans Kreuz geschlagen

Mt 27,37-42
Und oben zu seinen Häupten setzten sie die Ursache seines Todes, und war geschrieben: Dies ist Jesus, der Juden König. Und da wurden zwei Mörder mit ihm gekreuzigt, einer zur Rechten und einer zur Linken. Die aber vorübergingen, lästerten ihn und schüttelten ihre Köpfe und sprachen: Der du den Tempel Gottes zerbrichst und baust ihn in drei Tagen, hilf dir selber! Bist du Gottes Sohn, so steig herab vom Kreuz. Desgleichen auch die Hohenpriester spotteten sein samt den Schriftgelehrten und Ältesten und sprachen: Andern hat er geholfen, und kann sich selber nicht helfen. Ist er der König Israels, so steige er nun vom Kreuz, so wollen wir ihm glauben.

12. Station

Jesus stirbt am Kreuz

Mt 27,45-50,54
Und von der sechsten Stunde an ward eine Finsternis über das ganze Land bis zu der neunten Stunde. Und um die neunte Stunde schrie Jesus laut und sprach: Eli, Eli, lama asabthani? das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Etliche aber, die da standen, da sie das hörten, sprachen sie: Der ruft den Elia. Und alsbald lief einer unter ihnen, nahm einen Schwamm und füllte ihn mit Essig und steckte ihn an ein Rohr und tränkte ihn. Die andern aber sprachen: Halt, laß sehen, ob Elia komme und ihm helfe. Aber Jesus schrie abermals laut und verschied. Aber der Hauptmann und die bei ihm waren und bewahrten Jesus, da sie sahen das Erdbeben und was da geschah, erschraken sie sehr und sprachen: Wahrlich dieser ist Gottes Sohn gewesen!

13. Station

Jesus wird vom Kreuz genommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt

Joh 19,38
Darnach bat den Pilatus Joseph von Arimathia, der ein Jünger Jesu war, doch heimlich aus Furcht vor den Juden, daß er möchte abnehmen den Leichnam Jesu. Und Pilatus erlaubte es. Da kam er und nahm den Leichnam Jesu herab.

14. Station

Der Leichnam Jesu wird ins Grab gelegt

Mt 27,59-61
Und Joseph nahm den Leib und wickelte ihn in eine reine Leinwand und legte ihn in sein eigenes Grab, welches er hatte lassen in einen Fels hauen, und wälzte einen großen Stein vor die Tür des Grabes und ging davon. Es war aber allda Maria Magdalena und die andere Maria, die setzten sich gegen das Grab.

Spät-Herbst 2008

Herbst 2007

Gieri Schmed

Gieri Schmed ist keiner, der seine Kunst an die grosse Glocke hängt. Bescheiden und ohne Schielen auf den Markt arbeitet der Bündner seit über drei Jahrzehnten an der Entwicklung und Verfeinerung seiner Vorstellungen von künstlerischer Tätigkeit. Über die Jahre hat er sich auf diesem Weg nicht nur eine künstlerische Handschrift angeeignet, sondern sich auch immer mehr auf das Zentrum seiner Arbeiten, den Menschen, hingearbeitet. Schmed widmet sich dem Innern des Menschen, dem, was man sonst nicht sieht. Dabei geht es ihm darum, die menschliche Innerlichkeit in all ihren Facetten darzustellen.

Schmed, der seine Werke nur selten öffentlich zeigt, ist sich durchaus bewusst, dass er mit seinen abstrakten, reduzierten Arbeiten nicht auf die gängigen Strömungen im Kunstmarkt ausgerichtet ist. „Natürlich könnte ich mit anderen Bildern mehr Geld verdienen, aber mir geht es bei der Kunst immer darum, mein Inneres auszu-drücken“, erklärt er. Seine Ausstellung im Alten Konsum präsentierte Reliefs, Holzschnitte, Grafiken, Prägedrucke, Aquatinta - Arbeiten, Zeichnungen und Acrylbilder. Überzeugend wirk-ten die sanft leuchtenden Farben und die abstrahierten Formen. Abt Daniel Schönbächler würdigte Schmeds Schaffen in einer berührenden Laudatio.

Die Auseinandersetzung mit den Werken Schmeds, der eine Malerlehre absolvierte, in jungen Jahren mit Alois Carigiet viele Begegnungen hatte, und 1988 vom Kanton Graubünden mit einem Förderpreis ausgezeichnet wurde, ist spannend. Oft sieht man klare Linien nur distanziert, findet ähnliche Formen in unter-schiedlichsten Techniken. Und gerade in Holzschnitten wird bewusst, mit welcher Präzision und Perfektion Gieri Schmed Kunst versteht.

Quelle: http://www.kakmels.ch/Gieri_Schmedl.htm

Auf Kirchen-Online finden Sie Arbeiten von Gieri Schmed auch bei:
Sumvitg (Somvix) - Gion Battesta e Mudest
Truns - Kapelle im Altersheim St. Martin

Sumvitg/Somvix - Impressum

Kreuzweg nach Clavadi - fotografiert am 28.10.2007, 31.10.2008, 29.09.2009
(c) 2011 Foto-Kunst Andreas Keller - Ehrenhalde 14, 70192 Stuttgart
Auf Kirchen-Online veröffentlicht am 10.10.2011

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