Clavadi - Nossadunna de Lourdes

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Die Kapelle der Muttergottes von Lourdes in Clavadi

Die katholische Kapelle Nossadunna de Lourdes liegt etwas erhöht in der Mitte der Fraktion Clavadi, 320 m über der Talsohle auf der linken Talseite. Sie ist von Sumvitg aus auf einem geteerten Fahrsträßchen in Richtung Sogn Benedetg, mit Abzweigung bei Pt. 1165 zu erreichen. Unter Leitung des Architekten Dregger wurde die Kapelle im Jahre 1899 erbaut. Die drei Glocken lieferten die Gebrüder Theus aus Felsberg. Die Weihe der drei Glocken erfolgte am 15. August 1901 durch Kanonikus Tumaisch Beer aus Sumvitg. Drei Tage später wurde die Kapelle durch Bischof Johann Fidelis Battaglia zu Ehren der Nossadunna da Lourdes konsekriert. Am 3. März 1903 konnte der Kreuzweg entlang der alten Strasse von Sumvitg nach Clavadi eingesegnet werden. 1965 erfolgte die Renovation der Kapelle. Am 23. Juli 1986 zerstörte ein Brand nach einem Blitzschlag das Dach der Kapelle samt Dachreiter und Glocken. Der Wiederaufbau stand unter der Leitung von Architekt Walter Gartmann aus Trun. Am 6. September 1987 wurden durch Domherr Gieri Candinas und Ortspfarrer Martin Bearth drei neue Glocken von Rüetschi, Aarau und die renovierte Kirche eingesegnet. Der nach Norden gerichtete Chor (L. mit Grotte 7,50 m, Br. 6,30 m) ist nicht eingezogen, flach geschlossen und um vier Stufen erhöht. Er ist mit einem grätigen Kreuzgewölbe bedeckt. […]
In Türnähe liest man die Inschrift: „BAGHEDIADA ILS ONNS 1899 - 1901, CONSECRADA ILS 18.8.1901, TUCCADA DIL CAMETG ILS 23.7.1986, RECONSECRADA ILS 6.9.1987“ Vor dem Portal, das von einem kleinen Pultdach geschützt ist, wird die alte Glocke von 1612 aufbewahrt. Der Dachreiter erhebt sich auf dem Satteldach der Kapelle über dem Eingang. Er ist mit Kupferblech beschlagen, besitzt rundbogige Schallfenster mit Jalousien und ist mit einer hochgezogenen Haube mit Kugel und Kreuz bekrönt. In ihm erklingen die elektrisch angetriebenen drei Glocken.

Über die Kapelle gibt es eine kleine Schrift,
La caplutta de Nossaduna de Lourdes a Clavadi (Sumvitg)
die den Druckvermerk trägt:
Stampa Romantscha, Mustér – 1954
Aus ihr zitiert:

Um das Jahr 1830 hat sich ein Junggeselle aus Trun (Giuli Wolf) mit einem Mädchen aus Clavadi (Dorothea Caviezel) verlobt. Trotz seiner schlechten finanziellen Lage hatte er den großen Wunsch, wenigstens eine kleine Kapelle in Clavadi zu realisieren. Mit großem Eifer und Zuversicht hat er versucht Geld für die Errichtung einer Kapelle zu sammeln, jedoch ohne Erfolg. Was er gesammelt hat sind ca. Fr. 20.-. Das gab ihm keinen Mut mehr. Er hat das Geld in das Pfarrhaus von Sumvitg gegeben. […]
Erst im Jahre 1898, am Kirchweihtag in Sumvitg hat man beschlossen dieses Thema wieder aufzunehmen. Die finanziellen Ressourcen waren äußerst gering. Deshalb haben die Bürger möglichst alles selbst an die Hand genommen und vorwiegend in Fronarbeit den Bau ermöglicht. Zuerst mussten aber die kirchlichen Autoritäten die Bewilligung zum Bau geben. […]
Die Firma Räber aus Luzern hat die Kreuzwegstationen in der Kirche besorgt, sowie auch zwei Messbücher. Das alles kostete Fr. 109.30. […]
Die Kreuzwegstationen in der Kapelle bestanden schon am Tag der Einsegnung der Kapelle. Doch wirklich errichtet und mit Ablass versehen sind sie erst ein Jahr später durch den Pfarrer selber. […]
Es sind zwei Jahre nach der Segnung der Kapelle, dass die Bewohner von Clavadi ein weiteres Werk vorstellen können. Diesmal handelt es sich um die Kreuzwegstationen von Sumvitg bis zur Kapelle in Clavadi. […]
1903 gibt Johannes Fidelis Epps. von Chur (Bischof von Chur) die Bewilligung zur Errichtung und Einsegnung dieser Stationen. […]
Die Granitsäulen der Kreuzwegstationen neben der Strasse sind von Clau Antoni Columberg, ein alter Steinmetz von Cavardiras, gehauen worden. Er wurde mit Fr. 94.- entschädigt. […]
NB. Im Auftrag des Bistums habe ich, Tumaisch Gius. Beer, Pfarrer von Sumvitg, die Kreuzwegstationen mit den Ablassen versehen, die nach den Regeln der Kongregation vom 10. Mai 1742 vorgeschrieben sind. In Treu und Glauben habe ich die oben erwähnten Angaben mit eigener Hand dieses Testimonio (Bescheinigung) unterschrieben.
Sumvitg, 25. März 1903 […]

1954

Wir stehen im Marianischen Jahr. Am 8. Dezember 1954 sind es hundert Jahre seit Papst Pius IX das Dogma zur „Jungfräulichkeit Mariens“ zusammen mit den Bischöfen der Welt verkündet hat. Papst Pius XII hat dies zum Anlass genommen ein Jahr vorher ein Marianisches Jahr anzukündigen. Dieses Marianische Jahr vom 8. Dezember 1953 bis zum 8. Dezember 1954 sollte ein Jahr der Festlichkeiten, der Gebete und der Pilgerfahrten, ein Jahr der Zuversicht unter dem Schutz Mariens sein.
[…]
50 Jahre [= 1954] später war es soweit, dass sie außer Dienst waren und ohne Ablass. Alle 15 Granitsäulen (eine für die armen Seelen im Fegefeuer) waren defekt. Drei waren kaputt, die anderen aufwärts oder am kippen, doch sie waren noch da. Die Bilder, gemalt auf Blech in kleinen Nischen mit Bildstock, die zu den Säulen gehörten, waren stark beschädigt, doch noch erhalten. In diesem Marianischen Jahr sind sie neu errichtet und mit Ablassen ausgestattet worden. Es ist eine Freude zu hören, wie das Volk sich freut. Die Firma Beer aus Rabius hat die Granitsäulen hergerichtet und restauriert während Schmid Flurin Monn aus Sumvitg die Eisenkreuze geliefert hat. Die Maler Stöckli aus Stans haben die Bilder mit großem Respekt und Fachwissen restauriert. Die Holzkreuze mit den Ablassen hat Giuli Wolf von Clavadi errichtet.
[…]
Am 20. Mai des laufenden Jahres hat Pater Elpidius Bätschmann, ein Kapuziner aus Mels die Ablasse errichtet und bereichert.
[…]
Nach Angaben des Bischofs von Chur an den Pfarrer von Sumvitg, können die Pilger zu den gleichen Konditionen die Ablasse erwerben wie in Disentis, Marialicht in Trun und Zitegl.
[…]

Im Anschluss an die Weihe des restaurierten Kreuzwegs am 27. September 2009 sprach Pauli Bass in der Kapelle über den Kreuzweg und berichtete u.a., dass die 1. Kreuzwegstationen (Bildtafeln) vermutlich 1965/66 nach Afrika verschenkt wurden, wo der Bruder Gion Battesta Bass als Priester Dienst tat.
Der bestehende Kreuzweg von Sumvitg nach Clavadi wurde zwischen 1984 und 1986 von Gieri Schmed zum ersten Mal restauriert.Aus Protokollen der Pfarrei:

Unser Nachbar, Conrad Tuor, wohnhaft in Luasanne, hat sich anerboten, die Kosten für die Restaurierung des Kreuzweges zu übernehmen. Die Vorsteherschaft übergibt ihm die Kompetenzen, diese Arbeiten ausführen zu lassen und dankt ihm ganz herzlich dafür.
Sumvitg, 29.11.1984 - Der Aktuar Palmiro Cajacob

Albert Candinas macht auf die Bilder des Kreuzweges aufmerksam. In diesem Zusammenhang will er die Kirchbürger bewegen, eine Prozession durchzuführen und dies um Auffahrt herum.
Sumvitg, 23.4.1986

Der Kreuzweg ging 1986 (zusammen mit dem Inventar der Kapelle) in die Verantwortung der Kirchbürger von Clavadi über.

Im April 2008 wurde beschlossen, sie auf Grund ihres sehr schlechten Zustands erneut restaurieren zu lassen. Diese Aufgabe wurde wiederum Gieri Schmed übertragen. Versuche mit verschiedenen Farb-Materialien führten zu dem Beschluss, die neuen Bilder in Acryl auszuführen, da dies besonders haltbar im Freien ist.


Quelle: http://www.regiun-surselva.ch/index.php?id=1101&objekt=1072

Der Kreuzweg von Sumvitg nach Clavadi auf www.kirchen-online.org

Clavadi - Nossadunna de Lourdes: Grundriss

Detaillierte Informationen in

HANS BATZ, Die Kirchen und Kapellen des Kantons Graubünden:
Band 8, Seite 138+139

sowie
ERWIN POESCHEL, Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden:
Band IV · Birkhäuser Verlag Basel 1942, S. 406
Kapelle wird nur erwähnt, aber nicht beschrieben.

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Clavadi - Nossadunna de Lourdes

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Herz-Jesu-Statue Linke Chorschulterwand

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Hl. Josef mit dem Jesuskind rechte Chorschulterwand

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Chor mit Altar dahinter die Mariengrotte

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Mariengrotte

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Madonna von Lourdes und kniendes Mädchen

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Pietà Chornische rechts

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Blick aus dem Chor zum Eingang

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Weihwasserbecken beim Eingang

Clavadi - Nossadunna de Lourdes

Clavadi - Impressum

Kapelle Nossadunna de Lourdes fotografiert am 19.10.2007 + 20.05.2013
© 2014 Foto-Kunst Andreas Keller - Ehrenhalde 14, 70192 Stuttgart
Auf Kirchen-Online veröffentlicht am 18.07.2014

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