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Lauffen a.N. - Regiswindiskirche

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Informationen / Links zu

Lauffen a.N. - Regiswindiskirche
Der Bau der ehemaligen Wallfahrtskirche zu Ehren der Ortsheiligen Regiswindis wurde 1227 als dreischiffige Basilika begonnen.
1564 zerstörte ein Brand das Langhaus, das darauffolgend im Renaissancestil wieder aufgebaut wurde.
Die geschwungene Vierungsturmbedachung stammt aus der Zeit des Barock (1778).
Die Stadt-Heilige
Regiswindis (geb. 832) war die Tochter des Grafen Ernst vom Nordgau und seiner Frau Friedburga, einer Tochter Kaiser Ludwigs des Frommen. Regiswindis wurde im Alter von sieben Jahren von ihrer Amme ermordet und in den Neckar geworfen; drei Tage später wurde ihr Leichnam unversehrt am Ufer gefunden. Auf grund dieses „Wunders“ wurde sie heilig gesprochen und lange Zeit verehrt.
Ehemalige Basilika
Die Regiswindiskirche wurde ab 1227 im basilikalen Schema errichtet, d.h. die beiden Seitenschiffe waren niedriger als das Mittelschiff. Aus dieser Zeit stammen noch die niedrigeren Spitzbogenfenster an der Südfassade. Nach der Zerstörung durch Blitzeinschlag 1564 wurde die Kirche als Hallenkirche mit 3 gleich hohen Schiffen wiedererrichtet. Aus dieser Zeit stammt auch die manieristische Ausmalung mit Rollwerk und Fabelwesen.
Quelle: "Ein Rundgang" - Kleiner Kirchenführer / Faltblatt

Umfangreiche Informationen über die Kirche auf der schön gestalteten Website der Kirchgemeinde

Umfangreiche Informationen über die Kirche und die Kirchenheilige auch auf Wikipedia

Informationen zur Kirche auf www.kirchbau.de
Informationen zur Regiswindiskapelle auf www.kirchbau.de

siehe auch: Katalog der Wandmalereien in den Kirchen und Kapellen Baden-Württemberg’s

Zum Jubiläum "750 Jahre Regiswindiskirche Lauffen am Neckar" (1977) erschien eine sehr informative Broschüre (140 Seiten), Texte von Otfried Kies, viele s-w Fotos. In Auszügen wird auch hieraus zitiert.

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Mittelalterliche Kirchen sind stets nach Osten ausgerichtet. Das "Chorhaupt" sollte zur aufgehenden Sonne, einem Symbol für den auferstandenen Christus, weisen. Die Lauffener Regiswindiskirche ist nicht präzise geostet: Der gründungstechnisch wichtige Felssporn gab hier die Richtung vor.

Der Einfachheit halber wird aber nachfolgend von Ost (= Chor), West (= Hauptportal), Nord- und Süd-Wand gesprochen.

 

Außen

Rundgang · Sonnenuhren · Ölberg · Regiswindiskapelle (St. Anna-Kapelle)
 

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Lauffen a.N. - Regiswindiskirche

Lauffen a.N. - Regiswindiskirche

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Blick von der Rathausinsel

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Blick aus Westen

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Sonnenuhr

Nicht weniger als sechs Sonnenuhren befinden sich an den Außenwänden der Regiswindiskirche. Die Westwand-Sonnenuhr von 1506 ist eine der prächtigsten.

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Ölberg

An der Außenseite der Kirche befindet sich der sog. Ölberg, den 1507 Meister Hans, Steinmetz von Heilbronn um 80 fl. fertigte, wozu noch die nicht niedrigen Kosten der Aufstellung kamen. Die Figuren wurden angeblich durch die Schweden im Dreißigjährigen Krieg verstümmelt - wohl aber auch durch die Lateinschüler, die im Kirchhof ihr Unwesen trieben. Die Christusfigur wurde in der schuttgefüllten Krypta der Regiswindiskapelle wieder gefunden, erst in der Kapelle und dann später wieder im Ölberg selbst aufgestellt. Wer der Meister Hans, Steinmetz, war, ist zweifelhaft. Mit dieser Bezeichnung begegnet uns z. B. Hans Schweiner, der Baumeister der Heilbronner Kilianskirche. Ein Meister Hans Steinmetz, Goldschmied in Heilbronn, liefert 1507 ein Kleinod für 82 1/2 fl an die württembergische Herrschaft; hat aber sicher nichts damit zu tun. Ob man die Gruppe dem bekannten Heilbronner Steinmetzen Hans Seyfer zuschreiben soll, darüber streiten sich die Gelehrten noch. Hans Koepf erklärt: „Völlig unmöglich scheint uns die Zuschreibung des Ölbergs zu Lauffen a. N. an Hans Seyfer. Dieses auch schon vor seiner Beschädigung reichlich unbeholfene derbe Werk kann nicht einmal mit dem unbegabtesten Gesellen Hans Seyfers in Verbindung gebracht werden. Eine nur in Abschrift bekannte Lauffener Chronik (SAL A 747) erwähnt als Meister des Ölbergs einen „Hansen Steinmetzen zu Heilbronn", der unmöglich mit Hans Seyfer identisch sein kann, der sich nie „Steinmetz", sondern „Bildhauer" nennt". Dagegen schreibt Manfred Tripps: „Von Heilbronn aus hat Meister Hans (Syfer) auch ... den (ihm neuerdings von Seeliger-Zeiss meines Erachtens zu Unrecht abgesprochenen) heute arg beschädigten Ölberg an der Südseite des Chores der Regiswindiskirche zu Lauffen am Neckar ... für deren inzwischen aufgegebenen Friedhof geschaffen". (In der Anmerkung dazu berichtet er noch, daß Frau Seeliger-Zeiss nach Augenschein ihre Meinung revidiert und sich seiner Auffassung angeschlossen habe). Schon die Ortsbeschreibung Lauffens durch H.Pfr. Krauß von 1851 sagte zur Arbeit: „Die Arbeit ist brav und die Figuren bekunden in Stellung und Gewandung einen guten Stil." Um weiteren Zerstörungen des noch nicht restaurierten (und wohl auch nicht restaurierbaren) Ölbergs vorzubeugen, wurde vor einigen Jahren ein festes Gitter vor der Ölberggruppe angebracht.
Quelle: Festschrift 750 Jahre

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Schlußstein Ölberg Kreuzgewölbe

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Schlußstein Ölberg Kreuzgewölbe

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Die St. Anna-Kapelle (Regiswindiskapelle)

Über dem ursprünglichen älteren Bau mit vier gleich breiten Wandflächen gipfelt sich das Dach mit einer achtseitigen durchbrochenen Pyramide und einem steinernen Kreuz, östlich schließt sich ein kleiner Chor mit eigentümlicher Gewölbekonstruktion an, ein Werk aus späterer Zeit, wie man leicht an den verschieden gebauten Fenstern erkennen kann. In den vier Tragsteinen dieses Gewölbes, charaktervollen Köpfen, wollte Stadtpfarrer Krauß 1851 „unverkennbar die tragische Geschichte der Heiligen dargestellt" sehen. An der Nordseite des Chörleins befindet sich eine feingestaltete Nische für ein Heiligenbild, das aber längst verschwunden ist.

Unter der Kapelle befindet sich eine von Westen her zugängliche (heute mit Gitter geschützte) Krypta. Bis 1853 war diese Krypta mit Schutt gefüllt. Stadtpfarrer Krauß ließ den Eingang, den man erkennen konnte, erweitern, der Schutt wurde entfernt. Dabei fand man die verstümmelte zum Ölberg gehörende Christusfigur. Man stellte weiterhin fest, daß die Krypta bis zu einer nicht feststellbaren Tiefe mit Gebeinen, die säuberlich aufgeschichtet waren, gefüllt und die Nische, in der riesig erscheinende Gebeine gestapelt waren, in Wirklichkeit der Durchgang zu einem zweiten, unter dem Chor der Kapelle liegenden Gewölbe war. Die alte Vermutung, die Kapelle sei eine Wallfahrtskirche oder Taufkapelle, war damit widerlegt - es handelte sich um ein Ossuarium (Beinhaus), wie in bayrischen und Tiroler Gegenden noch viele zu finden sind. Man nahm damals an, es handle sich um die Gebeine der in der Lauffener Schlacht 1534 Gefallenen, doch das ist unwahrscheinlich. Viel wahrscheinlicher ist, daß die Knochen aus den alten, um die Kirche herum angelegten Gräbern stammen.

Das seit der Reformation nicht mehr genutzte Bauwerk war öfters sehr gefährdet. Am 7. Juli 1725 morgens um 5 Uhr stand die Kapelle mit dem darin eingelegten Stroh völlig in Brand, wurde aber, weil das Gewölbe des Feuers Hitze ausgehalten, daß solche nicht oben ausschlagen können, glücklich erhalten. Öfters war der Abbruch der Kapelle von den Vätern der Stadt geplant worden, sie wurde aber durch glückliche Zufälle jedesmal gerettet.

Am 14. Mai 1764 beschloß der Magistrat, die Kapelle abzureißen und das Gebäude dem Collaborator Johann Sebastian Göz als Gartenland zuzuweisen. Die Unkosten wollte man durch den Verkauf der Steine bestreiten. Nach einer mündlichen Überlieferung des letzten Jahrhunderts soll die Collaboratorsfrau durch ihre Erklärung, sie esse keinen Salat von einem Platz, wo vordem eine Gruft gestanden, den Bau gerettet haben. In den zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts rettete sie der Diaconus Wurm durch seine Fürsprache in einer Sitzung des Stiftungsrates. 1836 wurde die Kapelle renoviert und durch einen Zaun verwahrt. Zur Renovierung der Kapelle hatte schon um 1845 die Königliche Hofkammer ein Geschenk von 150 Gulden bewilligt, aber erst 1853/54 gelang es durch die Bemühungen des Stadtpfarrers Krauß unter Leitung des Architekten des Württ. Altertumsvereins, Beisbarth, den baufälligen Chor mit einem Aufwand von 628 Gulden zu restaurieren. Im Frühjahr 1864 wurde die schadhaft gewordene Pyramide neu verklammert und die Fugen mit Zement ausgefüllt.

Im November 1901 wurde unter Stadtpfarrer Fischer die Ausräumung der Krypta angeordnet, die Gebeine wurden auf dem Friedhof bestattet. 1903 wurde abermals mit einem Staatsbeitrag eine gründliche Ausbesserung durchgeführt. Auch unter Pfarrer Kurz mußten Reparaturen, insbesondere am Maßwerk der Fenster, vorgenommen werden. Auch die Gartenanlage um die Kapelle wurde verändert.

Die ursprünglich der heiligen Anna geweihte Kapelle bekam im letzten Jahrhundert - da man sie als Grabkapelle der Regiswind ansah - den Namen Regiswindiskapelle. Vorher war sie eben „die alte Kapelle im Dorf". Sie ist Eigentum der bürgerliche Gemeinde und enthält seit März 1882 den Steinsarg der Regiswind, der vorher an der Südseitedes Chores gestanden hatte.



Quelle: Festschrift 750 Jahre

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Regiswindiskapelle

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Regiswindiskapelle

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Regiswindiskapelle

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Westseite - Hauptportal Regiswindiskirche

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Westseite - Hauptportal

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Innen (1)

 Gesamtsicht zum Chor · Kanzel · Wandinschriften · nördliches Seitenschiff 

 

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Lauffen a.N. - Regiswindiskirche

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Der Aufgang zur Kanzel stammt aus dem Barockzeitalter, die Kanzel selbst aus dem 19. Jahrhundert. Sie ist in neogotischen Formen gestaltet.

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Nord-Portal

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An den Brand von 1564 erinnern die von Victor Coccius, Lateinschulmeister, verfaßten deutschen und lateinischen Worte:

Als man zalt sechzig vier jar
Der vierder tag Septembris war
Vonn himmel kham herab ain stral
Verbrennt die kirch vast überal
Orgel vhrenn schöne glockhenn
Darob dann meniglich erschrocken
Welche war wol unnd schön geziert
Mit guldin knöpffen renoviert



Drei ercker waren hüpsch und fein
Die gantz kirch deckt mit schiferstein
Ist alles durch das feur verzert
Dann was Gott schickt dem niemen wert
Doch ist kain mensch darvon verletzt
Und sein jetz widerumb ergetzt
Auch ist die kirch erbawen wol
Dem Herrn man darumb dancken sol

(es folgen vier unleserliche Zeilen)

Quelle: Festschrift 750 Jahre

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Nördliches Seitenschiff Lateinische Inschrift über Chorbogen / Emporenaufgang

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Quindecies centum sex & quatvor atq
ani post cvnas soter iere tvas
Septemb. celeres humores nonasque parabat
Haec cum sulfureo fulmine fana ruunt.
Victor Coccius, paedotriba Lauffen=
n Anno Salutis nostrae
MDLXXIII

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Vierung nördl. Seitenschiff Kreuzgewölbe Fresken

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Nördl. Seitenschiff: Blick vom Emporenaufgang zur Kanzeltreppe - in die Marienkapelle / ins südl. Seitenschiff

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Nördl. Seitenschiff: Blick nach Westen

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Innen (2)

 Taufstein · Marienkapelle mit Glasfenster

 

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Blick diagonal aus dem Schiff nach Südosten: Taufstein - Marienkapelle (durch Pfeiler verdeckt)

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Marienkapelle - Glasfenster

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Die farbintensiven Glasfenster in der Marienkapelle auf der Südseite der Regiswindiskirche wurden 1958 von Adolf V. Saile geschaffen. Sie stellen zum einen den thronenden Christus dar, wie er in der Offenbarung des Johannes beschrieben wird (Offb. 1, 12-16), zum anderen sind Wunder Jesu abgebildet.

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Innen (3)

Altar · Chor · Chororgel

Der Chor der Regiswindiskirche hat den Brand von 1564 unbeschadet überstanden. Hier sieht man noch Elemente der hochgotischen Baukunst des 13. Jahrhunderts, also der ursprünglichen Erbauungszeit. Typisch für diese Architekturepoche ist der 5/8-Schluss der Chorrundung. Die prächtige Orgel im Chor stammt aus dem 18. Jh. und ist in Form eines Flügelaltars gestaltet. Sie kann heute auch vom Spieltisch der modernen Emporenorgel aus gespielt werden.  

^ Seitenanfang · > Innen (4) Grabgehäuse der Heiligen Regiswindis · Legenden-Bilder · Kreuzgewölbe · Chorfenster · Grabmale

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Altarbilder

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Altar - Kerzenleuchter

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Chororgel

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Disposition der Chororgel (I/9)

I. Manual    
1. Principal 8’
2. Rohrflöte 8’
3. Octave 4’
4. Koppelflöte 4’
5. Octave 2’
6. Quint 1 1/3’
7. Terz 1 3/5’
8. Scharff III-IV 1'
8. Krummhorn 8'
  Tremulant, Zimbelstern.
Kegelladen, elektropneumatische Traktur

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Innen (4)


Grabgehäuse der Heiligen Regiswindis · Legenden-Bilder · Kreuzgewölbe · Chorfenster · Grabmale

 


Im Chor der Regiswindiskirche befindet sich die spätgotische Grabnische der Heiligen Regiswindis in Form eines steinernen Gehäuses mit Stabwerkprofilen. Seit 1522 wurden hier die Gebeine der Ortsheiligen aufbewahrt.

Um die Zeit der Erbauung des Klosters scheint ein unbekannter Würzburger Geistlicher nach Lauffen gekommen zu sein und die Geschichte der Reginswindis, wie er sie von den Priestern des Ortes erfahren hatte, aufgeschrieben zu haben. Die älteste Form der Legende von Reginswindis wurde in den bollandistischen Acta Sanctorum Jul. IV, p. 90-96 (die decima quinta Julii)" veröffentlicht, sie ist eine Abschrift der Legendenhandschrift von Kloster Böddeken. Hier stehe die Legende in der Form, wie sie der schwäbische Chronist Martin Crusius aufgezeichnet hat. In dieser Form, von Johann Jacob Moser ins Deutsche übertragen, lernten die Württemberger die Geschichte der Lauff ener Heiligen kennen. Legende zum Download (aus der Festschrift 750 Jahre) [36 KB] 

Die fünf Ölgemälde aus dem 15. Jh. illustrieren die Geschichte der Heiligen Regiswindis (Kopien).

Die Chorfenster wurden 2008 von Angelika Weingardt mit der Darstellung von Weinreben neu gestaltet. Der Wein hat in der Bibel eine große Bedeutung. Hierauf wird in der Weinstadt Lauffen gerne hingewiesen.  

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Grabgehäuse

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Der auferstandene Christus

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Die um 1480 gemalten Bilder waren im Auftrag der Herzogin Barbara Sophie v. Württemberg, die bis 1634 ihren Witwensitz in Brackenheim hatte, kopiert und später in Ludwigsburg aufbewahrt worden. Nach dem Verlust der Originale sind sie der letzte Zeuge der mittelalterlichen Bilder im Chor. Die in die Kirche gekommenen Kopien wurden in einjähriger Arbeit durch den Kunstmaler Hermann Andresen-Lauffen kopiert. Quelle: Festschrift 750 Jahre

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Kaiser Ludwig belehnt den Grafen Ernst mit Lauffen.
„Im Jar achthundert dreissig zway
Regiert Herr Ernst Fürst auß Nortgay


Zu Lauffen, das ihm geben hat
Die kaiserliche Maiestat."

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Geburt und Taufe der Regiswindis
„Daselbs gibt ihm sein Gmahl zur handt
Ein einigs döchterlein, genandt


Regiswindis, das würt zur stundt
Einer seugmuter pflag vergundt."

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Der Bruder der Amme wird ausgepeitscht
„Diß weibs bruder, deß Fürsten knecht,
Am schloss der pferdt solt hüetten recht,


Do gehn sie schaden, als er gwichen,
Drumb ward er öffentlich gestrichen."

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Regiswindis wird gefunden
„Die rütten Züchtigung verdross
Die Seugamm, mordt das kind im schloss,


Würffts todt in Neckher, schwimpt empor
Würt gfunden, und gelegt in chor."

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Kanonisation der Regiswindis
„Da gieng er mit dem Tumb Capitel
Alsbald zu rath, und fand diß mitel,


Grubs kind auß, den sarckh renovirt,
Und zur hailgen canonisirt."

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Kreuzgewölbe im Chor

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Chorfenster

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Grabstein

Grabstein für zwei Kinder des Specials M. Gottfridt Cuhorst mit dem Text:

Maria barbara unndt beniamin zwey Lehenpfläntzlin M. gottfridt Kuhorsten Specialis zu Lauffen u. Maria Margarethä Geborner von Calb. Jene Geboren zu Stutgart 16.9br wider Geboren 17.9br. 1676 gestorben zu Lauffen 1. Febr: 1678. Diser Geboren zu Lauffen 11. May wider Geboren 12. May 1678 Gestorben Allda 25. Marty 1680 Ligen bey Einander under disem Stein begraben In der Kirch zu Lauffen zur Rechten des Altars Gewise Erben des Ewigen Lebens.

Umschriften: von links unten nach oben: Dein Sohn Lebet. Johan. Cap. 4
von rechts unten nach oben: Das Mägdtlen ist nit todt Sondern eß schlefft Matt 9

Über dem Text befindet sich das Wappen Andreae (die Mutter war eine Nachfahrin des bekannten Calwer Dekans Johann Valentin Andreae), auf bordiertem Schild ein Andreaskreuz, in dessen Winkeln vierblättrige Blüten; Helmzier: zwei Flügel mit Andreaskreuz und Blüten belegt.
Unter dem Text links ist das Wappen Kuhorst: im gespaltenen Schild rechts drei nach links schauende Vögel (Reiher, Schwäne?) in der Reihung 2,1; links drei nach rechts schauende Kuhköpfe (2,1), als Helmzier ein nach rechts schauender Kuhkopf. Rechts von diesem Wappen ein drittes, das in stilisierter Form die Leidenswerkzeuge Christi zeigt, als Helmzier das gleiche.
Quelle: Festschrift 750 Jahre

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Innen (5)

Blick nach Westen · Orgel
 

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Informationen zur Orgel

Zur Orgelgeschichte:
Im Jahr 1480 erhält die Pfarrkirche eine Orgel, 1564 nach einem Blitzschlag verbrennt die Kirche samt Orgel. Die Kirche wird 1567 wieder aufgebaut. Über die Orgel, die im Verlauf der nächsten Jahrzehnte angeschafft wurde, ist nichts weiteres bekannt, als daß am Matthäustag 1699 ihre Beschaffenheit („wie nötig und auch gefällig es sein werde, wenn das schlechte Orgelwerk, das zu der großen Kirche schlecht passe, durch ein anderes und besseres ersetzt werde") zum Beschluss einer neuen Orgel führte, die am 5. Juni 1701 (Hauptwerk, Positiv und Pedal) eingeweiht wurde; bei einer Reparatur 1785 stellt J.M.Bühler fest, dass die Orgel (18/I) seit 20 Jahren nicht mehr repariert worden sei.
1805 wird die Orgel durch Johann Eberhard Walcker „von Grund auf“ repariert. Im Jahr 1856 arbeitete der Orgelbauer Schäfer aus Heilbronn an der Orgel (außerdem wurde das Gehäuse neue bemalt und vergoldet).
Beim Orgelneubau 1932 entwirft Landeskirchenrat Dr. Christhard Mahrenholz (Hannover) die Disposition eines Orgelkomplexes, der später einmal als Pilotprojekt der Orgelbewegung in Süddeutschland gilt. Die Orgel mit Hauptwerk, Schwellwerk und Pedal (21 Register, davon 9 aus der Vorgängerorgel) steht nun auf der Westempore; vom dritten Manual aus wird als Fernwerk die Chororgel mit weiteren 9 Registern (im Gehäuse der alten Orgel? – eine andere Version besagt, dass es sich um das etwas veränderte Gehäuse einer Orgel von Wendel Reuschlin, Schreiner und Orgelmacher in Bönnigheim, gest. 1607, handelt, der um 1580 dieses Instrument für Bönnigheim baute, das 1740 an die Martinskirche Lauffen um 800 fl abgegben wurde).
Die neue, am norddeutschen Barockorgelklang orientierte Orgel (elektropneumatisch, Taschen- und Kegelladen, Freipfeifenprospekt) wurde durch Fa. Walcker, Ludwigsburg, erbaut. 1949 baut Richard Rensch, damals Orgelbaulehrling bei Fa. Walcker, zusätzlich einen eigenen Spieltisch in die noch vorhandene Spielschranknische der Chororgel ein.
1969 wird die Hauptorgel durch die Fa. Rensch (Richard Rensch war 29 Jahre lang Kantor an der Regiswindiskirche), die gesamte technische Anlage und Massivholzgehäuse neu gebaut. Der wieder verwendbare Registerbestand wurde auf 33 Register erweitert. Die Chororgel blieb an den Hauptspieltisch angeschlossen, jedoch außerhalb des Spieltisches, so dass die mechanische Spieltraktur der Hauptorgel dadurch nicht beeinträchtigt wird. Sie ist weiterhin vom eigenen Spieltisch aus spielbar oder kann an das III. Manual angekoppelt werden.
1976 wurden die noch fehlenden 6 Register – HW Rohrflöte 8 (anstatt Gemshorn), Trompete 8‘ (anstatt der alten). SW: Oboe 8‘, Pedal: Posaune 16‘, Gedeckt 8, Hisa3f. Dazu im RP eine Vox humana – ergänzt.
Im Zuge der Ausreinigung 2001 wurde die mechanische 4-fache Setzeranlage gegen eine elektronsiche Setzeranlage (ca. 4000 Kombinationsmöglichkeiten) ausgetauscht.
Christhard Rensch, Orgelbaumeister

Quelle: Website der Kirchgemeinde

Disposition der RENSCH-Orgel (III/33/1969/76)

HAUPTWERK (I. Manual) SCHWELLWERK (II. Manual) RÜCKPOSITIV (III. Manual) PEDALWERK
1. Quintade 16’
2. Principal 8’
3. Rohrflöte 8’
4. Octave 4’
5. Nachthorn 4’
6. Hohlflöte 2’
7. Mixtur IV-VI 2’
8. Trompete 8’
9. Holzflöte 8’
10. Salicional 8’
11. Principal 4’
12. Spitzflöte 4’
13. Nasat 2 2/3’
14. Octave 2’
15. Schweizerpfeife 1’
16. Scharfmixtur IV-V 1’
17. Dulcian 16’
18. Oboe 8’
19. Holzgedeckt 8’
20. Praestant 4’
21. Rohrflöte 4’
22. Spitzoktave 2’
23. Sesquialter I-II
24. Sifflöte 1’
25. Scharf IV 1’
26. Vox Humana 8’
-Tremulant-
27. Principal 16’
28. Subbaß 16’
29. Octave 8’
30. Gedecktbaß 8’
31. Traversflöte 4’
32. Hintersatz III 4’
33. Posaune 16’

Schleifladen mit mechanischer Spiel- und elektrischer Registertraktur mit elektronischen Setzerkombinationen. Normalkoppeln
14 Register wurden aus der alten Orgel übernommen, (8 Register davon sind aus der Zeit vor 1932; die ältesten Pfeifen dürften 150-200 Jahre alt sein)

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Orgel vor dem Fenster Westempore

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Fenster Westempore "Lamm Gottes" oben: die vier Evanglisten (Symbole)

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Innen (6)

 Empore · Fenster-Ausschmückungen · Taufeintrag Hölderlin

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Empore - Fenster Ausmalungen

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Taufeintrag von Friedrich Hölderlin

Hier wurde am 21. März 1770 der kleine Friedrich Hölderlin getauft, nach damaligem Brauch einen Tag nach seiner Geburt.
Kopie des Eintrags ins Taufbuch:

Johann Christian Friderich Hölderlin, natum (geboren) 20. März 1770 renatum (wiedergeboren) 21. März 1770
Eltern: Herr Heinrich Friderich Hölderlin, ClosterHofMeister,
Frau Johanna Christina geb. Heynin
Zeugen (Paten): Herr Oberamtmann Carl Frid. Bilfinger mit Ehefrau Anastasia. Herr Spezial (Dekan) Jacob Christian Spindler mit Ehefrau Elisabeta Eleonora. Frau Johanna Juditha Sutorin verwittibte Specialin (Witwe von Dekan Sutor), Urgroßmutter.
Herr Johann Andreas Heyn, Pfarrer in Cleebronn, Großvater, mit Ehefrau Frau Johanna Rosina, Großmutter. Frau Maria Elisabeth M. Lohenschild, Tante. Herr Magister Johann Friderich Hölderlin, Pfarrer in Heinrieth.

Lauffen a.N. - Impressum

Evangelische Regiswindiskirche fotografiert am 10.01.2014
(c) 2014 Foto-Kunst Andreas Keller - Ehrenhalde 14, 70192 Stuttgart
Auf Kirchen-Online veröffentlicht am 27.05.2014

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