Reichenau 2: St. Georg
Informationen zu
Reichenau Oberzell - St. Georg
findet man in zahllosen Publikationen.
Eine kleine Auswahl siehe 10 · Quellen
Kirchenführer, die vor 2000 erschienen sind, sind nur noch mit großem Vorbehalt brauchbar.
Internet:
empfehlenswert ist die Website des Erzbistums Freiburg
Weitere Links:
Seelsorgeeinheit Reichenau · Kirche St. Georg
Informationen zu den Glocken
Denkmalpflege Baden-Württemberg
www.kirchbau.de
Leo BW
Unesco-Welterbe - YouTube
Wikipedia.
siehe auch: Katalog der Wandmalereien in den Kirchen und Kapellen Baden-Württemberg"s
Inhalt
- 1.1 · Historische Karte der Reichenau
- 1.2 · Außen
- 1.3 · Grundriss
- 2 · Innen Übersicht
- 2 · Die acht ottonischen Wandbilder der Wunder Jesu
- 2.1 · Die Heilung des besessenen Geraseners
- 2.2 · Die Heilung eines Wassersüchtigen am Sabbat
- 2.3 · Die Stillung des Sturms
- 2.4 · Die Heilung eines Blindgeborenen
- 2.5 · Die Heilung eines Aussätzigen
- 2.6 · Der Jüngling zu Nain
- 2.7 · Die Heilung der blutflüssigen Frau und die Auferweckung der Tochter des Jaïrus
- 2.8 · Die Auferweckung des Lazarus
- 2.11 · Kopien der Wunderbilder im Rahmen von Restaurierungen
- 3 · Fresken am Triumphbogen
- 4 · Die zwölf Apostel
- 5.1 · Zehn Äbte (?)
- 5.2 · Zwei Sandsteinmedaillons
- 6.1 · Chor / Altar / Crucifix
- 6.2 · Die Orgel
- 6.3 · Vierung - Kreuzgewölbe
- 6.4 · Spottbild / Crucifix
- 7 · West-Apsis mit Weltgericht
- 8.1 · Pietà / Herz-Jesu / Maria / Hl. Georg / Taufstein / Geißelchristus / Maria
- 8.2 · Im Garten Gethsemane
- 9 · Die Glocken
- 10 · Quellen
- Impressum
Chronik
Die nachfolgende Chronik basiert auf "Jakobs 1999" sowie "Hecht 1979" - bei divergierenden Angaben Kennzeichnung mit "J" bzw. "H"
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Zeit |
Epoche · Maßnahme |
|---|---|
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ca. 896 – 1050 |
Karolingisch / Ottonisch |
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ca. 896–900 |
Gründung und Erstbau unter Hatto III. (888 - 913) |
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um 900 |
Basilika + Krypta fertig – Chor nicht rechteckig (?) |
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925–945 |
Westapsis angebaut |
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Anfang 11. Jh. |
Querhausumbau, Vorhalle, Michaelskapelle, Chor rechteckig (J) |
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10./11. Jh. |
Ausmalung mit Fresken |
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1050 – 1500 |
Hoch- und Spätmittelalter |
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Mittelalter |
Reparaturen und liturgische Anpassungen |
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12. Jh. |
Westapsis für ein Portal geöffnet (Eingang anstelle des vorigen Nord-Zugangs), Vorkirche, im Schiff 1. Ostarkade vermaurrt und einbau eines Lettners (H) |
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14. Jh. (?) |
Einbau des Lettners (J) |
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1500 – 1800 |
Frühe Neuzeit / Barock |
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15. Jh. |
Nach Erdbebenbeschädigungen Verzicht auf Querarme,, Vermauerung seitliche Öffnungen der Vierung, Kreuzgewölbe. u.a. (H) |
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Ende 15. Jh. (?) |
Ölberg-Guppe |
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16.–18. Jh. |
kleinere Umbauten, neue Ausstattung |
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um 1700 |
Barockisierung, Fenster in Chor und Westapsis, Fenster in Obergaden vergrößert (H) |
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1708/09 |
Westapsis: Ausmalung mit der Darstellung des Jüngsten Gerichts (durch Rudolph Mohr) |
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1709/10 |
Stuckdecke im Schiff (bis 1878/79) |
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1717/19 |
Kanzel (an mittlerer Säule Nordseite) |
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1787 |
Übertünchung der Ausmalung Westapsis |
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Ab 1787 |
Umfangreiche Veränderungen an den Fenstern, 2 neue Fenster in der Westapsis, dann bei den Obergadenfenstern (J) |
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1800 – 1930 |
Historismus / Freilegung |
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17. – 19. Jh. |
Fresken vollständig weiß übertüncht (zuletzt 1860) |
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Ab 1818 |
Stuckdecken in den Seitenschiffen / Veränderungen Fenster |
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Mitte 19. Jh. |
Neue Bodenbeläge Schiff, Restaurierungsarbeiten im Chor und Schiff |
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1857/57 |
Freilegung der Ausmalung mit der Darstellung des Jüngsten Gerichts |
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1870 |
Abbruch des Hochaltars |
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ca. 1880 |
weitere Freilegungen der Fresken im Schiff und erste Restaurierungen |
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1889 ff |
Bildtapeten der 8 Bilder (Carl Schilling) als Ersatz für beschädigte Original-Fresken (Abnahme 1909, im 2. Weltkrieg verbrannt) |
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1890 |
Abbruch Empore Westapsis, Orgel zwischengelagert -> 1955 |
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1892 |
Neue Kanzel an Südseite Vorchor |
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1895ff |
Umfassende Restaurierungen der Fresken im Schiff |
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1921/22 |
Letzte (vor 1982/90) Restaurierungen der Fresken im Schiff durch Josef Sauer & H. Glas |
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1930 – heute |
Moderne Denkmalpflege |
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1955 |
Orgelneubau im Chor Südwand |
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1985 |
Orgelneubau (Vierung, vor der Südwand) unter Verwendung von 80% des früheren Pfeifenmaterials – Weihe 16.08.1987 |
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1982–1990 |
wissenschaftliche Gesamtrestaurierung |
1.1 · Historische Karte der Reichenau
1.2 · Außen
1.3 · Grundriss
Bauplan - Grundriss von 1816 (J. A. Sauter)
2 · Innen Übersicht
2 · Die acht ottonischen Wandbilder der Wunder Jesu
sind bewundernswerte Zeugnisse der Kunst des Mittelalters. Je vier Bilder befinden sich an den Wänden zum Schiff und sind im Uhrzeigersinn zu lesen:
Nordwand von West nach Ost · Südwand von Ost nach West:
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Osten | ||
|---|---|---|
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Nordwand |
Schiff |
Südwand |
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Die Heilung eines Blindgeborenen · 4 |
5 · Die Heilung eines Aussätzigen | |
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Die Stillung des Sturms · 3 |
6 · Auferweckung des Jünglings von Naim | |
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Die Heilung eines Wassersüchtigen am Sabbat · 2 |
7 · Die Heilung der blutflüssigen Frau und die Auferweckung der Tochter des Jairus | |
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Die Heilung des besessenen Geraseners · 1 |
8 · Die Auferweckung des Lazarus | |
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Westapsis |
============================================================ Klick ins Bild vergößert ============================================================
Im Verlag Jan Thorbecke erschien 1983 als Festschrift zum 80. Geburtstag des Reichenau-Forschers und Fotografen Theo Keller sen. eine sehr schöne Publikation von Wolfgang Erdmann mit ausführlichen Beschrei-bungen, theologischen Interpretationen, umfangreichem Literaturver-zeichnis und hervorragenden Ablichtungen (Ektachrome) aus früher Zeit. Der Erwerb (antiquarisch, da vergriffen) ist höchst empfehlenswert.
ISBN 3-7995-3500-4
Meine Fotos vom März 2012 waren leider schon wesentlich undeutlicher und konturenloser, außerdem waren in der Kirche zur Überwachung (vor allem der Luftfeuchtigkeit) zahlreiche Meßgeräte von der Decke abgehängt, die - insbesondere bei den Darstellungen der Apostel - unschön die Bilder störten.
Nachdem St. Georg erneut restauriert wurde zum 1300-jährigen Jubiläum, hier nun neue Fotos (November 2025).
Bei den Bildern der Wunder Jesu steht zuerst ein Ganzbild (aus dem Jahr 2012 zum Vergleich) mit den Mäanderfriesen oben/unten, dann folgt die korrespondierende Bibelstelle aus den Evangelien und dann die Darstellung des Wunders in Bildausschnitt - neu im November 2025 fotografiert.
Zu unterst der "Titulus", die lateinische Bildunterschrift, (mit Überragung ins Deutsche) entnommen der Publikation "Reichenauer Wandmalerei 840 - 1120" von Walter Berschin und Ulrich Kuder (Mattes Verlag Heidelberg 2012)
Die Bibelstellen sind der Einheitsübersetzung von 1912 entnommen.
Alle Fotos sind durch Klick ins Bild vergrößerbar
2.1 · Die Heilung des besessenen Geraseners
2.1 · Mk 5, 1 - 20
1 Und sie kamen jenseits des Meers in die Gegend der Gadarener. 2 Und als er aus dem Schiff trat, lief ihm alsbald entgegen aus den Gräbern ein besessener Mensch mit einem unsaubern Geist, 3 der seine Wohnung in den Gräbern hatte; und niemand konnte ihn binden, auch nicht mit Ketten. 4 Denn er war oft mit Fesseln und Ketten gebunden gewesen, und hatte die Ketten abgerissen und die Fesseln zerrieben; und niemand konnte ihn zähmen. 5 Und er war allezeit, Tag und Nacht, auf den Bergen und in den Gräbern, schrie und schlug sich mit Steinen. 6 Da er aber Jesum sah von ferne, lief er zu und fiel vor ihm nieder, schrie laut und sprach: 7 Was habe ich mit dir zu tun, o Jesu, du Sohn Gottes, des Allerhöchsten? Ich beschwöre dich bei Gott, daß du mich nicht quälest! 8 Denn er sprach zu ihm: Fahre aus, du unsauberer Geist, von dem Menschen! 9 Und er fragte ihn: Wie heißt du? Und er antwortete und sprach: Legion heiße ich; denn wir sind unser viele. 10 Und er bat ihn sehr, daß er sie nicht aus der Gegend triebe. 11 Und es war daselbst an den Bergen eine große Herde Säue auf der Weide. 12 Und die Teufel baten ihn alle und sprachen: Laß uns in die Säue fahren! 13 Und alsbald erlaubte es ihnen Jesus. Da fuhren die unsauberen Geister aus und fuhren in die Säue; und die Herde stürzte sich von dem Abhang ins Meer (ihrer waren aber bei zweitausend) und ersoffen im Meer. 14 Und die Sauhirten flohen und verkündigten das in der Stadt und auf dem Lande. Und sie gingen hinaus, zu sehen, was da geschehen war, 15 und kamen zu Jesu und sahen den, der von den Teufeln besessen war, daß er saß und war bekleidet und vernünftig, und fürchteten sich. 16 Und die es gesehen hatten, sagten ihnen, was dem Besessenen widerfahren war, und von den Säuen. 17 Und sie fingen an und baten ihn, daß er aus ihrer Gegend zöge. 18 Und da er in das Schiff trat, bat ihn der Besessene, daß er möchte bei ihm sein. 19 Aber Jesus ließ es nicht zu, sondern sprach zu ihm: Gehe hin in dein Haus und zu den Deinen und verkündige ihnen, wie große Wohltat dir der HERR getan und sich deiner erbarmt hat. 20 Und er ging hin und fing an, auszurufen in den zehn Städten, wie große Wohltat ihm Jesus getan hatte; und jedermann verwunderte sich.
auch bei Mt 8, 28 - 34 und Lk 8, 26 - 39
2.2 · Die Heilung eines Wassersüchtigen am Sabbat
2.2 · Lk 14, 1 - 6
(1) Und es begab sich, daß er an einem Sabbat in das Haus eines Oberen der Pharisäer kam, das Brot zu essen, und sie belauerten ihn.
(2) Und siehe, da war ein Mensch vor ihm, der war wassersüchtig.
(3) Und Jesus fing an und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäern: Ist's erlaubt, am Sabbat zu heilen oder nicht?
(4) Sie aber schwiegen still. Und er faßte ihn an und heilte ihn und ließ ihn gehen.
(5) Und er sprach zu ihnen: Wer ist unter euch, dem sein Sohn oder sein Ochse in den Brunnen fällt und der ihn nicht alsbald herauszieht, auch am Sabbat?
(6) Und sie konnten ihm darauf keine Antwort geben.
2.3 · Die Stillung des Sturms
2.3 · Mt 8, 23 - 27
(23) Und er stieg in das Boot, und seine Jünger folgten ihm.
(24)Und siehe, da erhob sich ein gewaltiger Sturm auf dem See, so daß auch das Boot von Wellen zugedeckt wurde. Er aber schlief.
(25)Und sie traten zu ihm, weckten ihn auf und sprachen: Herr, hilf, wir kommen um!
(26)Da sagt er zu ihnen: Ihr Kleingläubigen, warum seid ihr so furchtsam? Und stand auf und bedrohte den Wind und das Meer. Da wurde es ganz stille. (a)
(27)Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen: Was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam sind?
auch bei Mk 4, 35 - 41 und Lk 8, 22 - 25
2.4 · Die Heilung eines Blindgeborenen
2.4 · Jh 9, 1 - 41
(1) Und Jesus ging vorüber und sah einen Menschen, der blind geboren war.
(2) Und seine Jünger fragten ihn und sprachen: Meister, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, daß er blind geboren ist?
(3) Jesus antwortete: Es hat weder dieser gesündigt noch seine Eltern, sondern es sollen die Werke Gottes offenbar werden an ihm.
(4) Wir müssen die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann.
(5) Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.
(6) Als er das gesagt hatte, spuckte er auf die Erde, machte daraus einen Brei und strich den Brei auf die Augen des Blinden.
(7) Und er sprach zu ihm: Geh zum Teich Siloah - das heißt übersetzt: gesandt - und wasche dich! Da ging er hin und wusch sich und kam sehend wieder.
(8) Die Nachbarn nun und die, die ihn früher als Bettler gesehen hatten, sprachen: Ist das nicht der Mann, der dasaß und bettelte?
(9) Einige sprachen: Er ist's; andere: Nein, aber er ist ihm ähnlich. Er selbst aber sprach: Ich bin's.
(10) Da fragten sie ihn: Wie sind deine Augen aufgetan worden?
(11) Er antwortete: Der Mensch, der Jesus heißt, machte einen Brei und strich ihn auf meine Augen und sprach: Geh zum Teich Siloah und wasche dich! Ich ging hin und wusch mich und wurde sehend.
(12) Da fragten sie ihn: Wo ist er? Er antwortete: Ich weiß es nicht.
(13) Da führten sie ihn, der vorher blind gewesen war, zu den Pharisäern.
(14) Es war aber Sabbat an dem Tag, als Jesus den Brei machte und seine Augen öffnete.
(15) Da fragten ihn auch die Pharisäer, wie er sehend geworden wäre. Er aber sprach zu ihnen: Einen Brei legte er mir auf die Augen, und ich wusch mich und bin nun sehend.
(16) Da sprachen einige der Pharisäer: Dieser Mensch ist nicht von Gott, weil er den Sabbat nicht hält. Andere aber sprachen: Wie kann ein sündiger Mensch solche Zeichen tun? Und es entstand Zwietracht unter ihnen.
(17) Da sprachen sie wieder zu dem Blinden: Was sagst du von ihm, daß er deine Augen aufgetan hat? Er aber sprach: Er ist ein Prophet.
(18) Nun glaubten die Juden nicht von ihm, daß er blind gewesen und sehend geworden war, bis sie die Eltern dessen riefen, der sehend geworden war,
(19) und sie fragten sie und sprachen: Ist das euer Sohn, von dem ihr sagt, er sei blind geboren? Wieso ist er nun sehend?
(20) Seine Eltern antworteten ihnen und sprachen: Wir wissen, daß dieser unser Sohn ist und daß er blind geboren ist.
(21) Aber wieso er nun sehend ist, wissen wir nicht, und wer ihm seine Augen aufgetan hat, wissen wir auch nicht. Fragt ihn, er ist alt genug; laßt ihn für sich selbst reden.
(22) Das sagten seine Eltern, denn sie fürchteten sich vor den Juden. Denn die Juden hatten sich schon geeinigt: wenn jemand ihn als den Christus bekenne, der solle aus der Synagoge ausgestoßen werden.
(23) Darum sprachen seine Eltern: Er ist alt genug, fragt ihn selbst.
(24) Da riefen sie noch einmal den Menschen, der blind gewesen war, und sprachen zu ihm: Gib Gott die Ehre! Wir wissen, daß dieser Mensch ein Sünder ist.
(25) Er antwortete: Ist er ein Sünder? Das weiß ich nicht; eins aber weiß ich: daß ich blind war und bin nun sehend.
(26) Da fragten sie ihn: Was hat er mit dir getan? Wie hat er deine Augen aufgetan?
(27) Er antwortete ihnen: Ich habe es euch schon gesagt, und ihr habt's nicht gehört! Was wollt ihr's abermals hören? Wollt ihr auch seine Jünger werden?
(28) Da schmähten sie ihn und sprachen: Du bist sein Jünger; wir aber sind Moses Jünger.
(29) Wir wissen, daß Gott mit Mose geredet hat; woher aber dieser ist, wissen wir nicht.
(30) Der Mensch antwortete und sprach zu ihnen: Das ist verwunderlich, daß ihr nicht wißt, woher er ist, und er hat meine Augen aufgetan.
(31) Wir wissen, daß Gott die Sünder nicht erhört; sondern den, der gottesfürchtig ist und seinen Willen tut, den erhört er.
(32) Von Anbeginn der Welt an hat man nicht gehört, daß jemand einem Blindgeborenen die Augen aufgetan habe.
(33) Wäre dieser nicht von Gott, er könnte nichts tun.
(34) Sie antworteten und sprachen zu ihm: Du bist ganz in Sünden geboren und lehrst uns? Und sie stießen ihn hinaus.
(35) Es kam vor Jesus, daß sie ihn ausgestoßen hatten. Und als er ihn fand, fragte er: Glaubst du an den Menschensohn?
(36) Er antwortete und sprach: Herr, wer ist's? daß ich an ihn glaube.
(37) Jesus sprach zu ihm: Du hast ihn gesehen, und der mit dir redet, der ist's.
(38) Er aber sprach: Herr, ich glaube, und betete ihn an.
(39) Und Jesus sprach: Ich bin zum Gericht in diese Welt gekommen, damit, die nicht sehen, sehend werden, und die sehen, blind werden.
(40) Das hörten einige der Pharisäer, die bei ihm waren, und fragten ihn: Sind wir denn auch blind?
(41) Jesus sprach zu ihnen: Wärt ihr blind, so hättet ihr keine Sünde; weil ihr aber sagt: Wir sind sehend, bleibt eure Sünde.
2.5 · Die Heilung eines Aussätzigen
2.5 · Mk 1, 40 - 45
(40) Und es kam zu ihm ein Aussätziger, der bat ihn, kniete nieder und sprach zu ihm: Willst du, so kannst du mich reinigen.
(41) Und es jammerte ihn, und er streckte die Hand aus, rührte ihn an und sprach zu ihm: Ich will's tun; sei rein!
(42) Und sogleich wich der Aussatz von ihm, und er wurde rein.
(43) Und Jesus drohte ihm und trieb ihn alsbald von sich
(44) und sprach zu ihm: Sieh zu, daß du niemandem etwas sagst; sondern geh hin und zeige dich dem Priester und opfere für deine Reinigung, was Mose geboten hat, ihnen zum Zeugnis.
(45) Er aber ging fort und fing an, viel davon zu reden und die Geschichte bekanntzumachen, so daß Jesus hinfort nicht mehr öffentlich in eine Stadt gehen konnte; sondern er war draußen an einsamen Orten; doch sie kamen zu ihm von allen Enden.
auch bei Mt 8, 1 - 4 und Lk 5, 12 - 15
2.6 · Der Jüngling zu Nain
2.6 · Lk 7, 11 - 17
(11) Und es begab sich danach, daß er in eine Stadt mit Namen Nain ging; und seine Jünger gingen mit ihm und eine große Menge.
(12) Als er aber nahe an das Stadttor kam, siehe, da trug man einen Toten heraus, der der einzige Sohn seiner Mutter war, und sie war eine Witwe; und eine große Menge aus der Stadt ging mit ihr.
(13) Und als sie der Herr sah, jammerte sie ihn, und er sprach zu ihr: Weine nicht!
(14) Und trat hinzu und berührte den Sarg, und die Träger blieben stehen. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, steh auf!
(15) Und der Tote richtete sich auf und fing an zu reden, und Jesus gab ihn seiner Mutter.
(16) Und Furcht ergriff sie alle, und sie priesen Gott und sprachen: Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und: Gott hat sein Volk besucht.
(17) Und diese Kunde von ihm erscholl in ganz Judäa und im ganzen umliegenden Land.
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2.7 · Die Heilung der blutflüssigen Frau und die Auferweckung der Tochter des Jaïrus
2.7 · Mt 9, 18 - 26
(18) Als er dies mit ihnen redete, siehe, da kam einer von den Vorstehern der Gemeinde, fiel vor ihm nieder und sprach: Meine Tochter ist eben gestorben, aber komm und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig.
(19) Und Jesus stand auf und folgte ihm mit seinen Jüngern.
(20) Und siehe, eine Frau, die seit zwölf Jahren den Blutfluß hatte, trat von hinten an ihn heran und berührte den Saum seines Gewandes.
(21) Denn sie sprach bei sich selbst: Könnte ich nur sein Gewand berühren, so würde ich gesund.
(22) Da wandte sich Jesus um und sah sie und sprach: Sei getrost, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und die Frau wurde gesund zu derselben Stunde.
(23) Und als er in das Haus des Vorstehers kam und sah die Flötenspieler und das Getümmel des Volkes,
(24) sprach er: Geht hinaus! Denn das Mädchen ist nicht tot, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn.
(25) Als aber das Volk hinausgetrieben war, ging er hinein und ergriff sie bei der Hand. Da stand das Mädchen auf.
(26) Und diese Kunde erscholl durch dieses ganze Land.
auch bei Mk 5, 21 - 43 und Lk 8, 40 - 56
2.8 · Die Auferweckung des Lazarus
2.8 · Jh 11, 1 - 45
(1) Es lag aber einer krank, Lazarus aus Betanien, dem Dorf Marias und ihrer Schwester Marta.
(2) Maria aber war es, die den Herrn mit Salböl gesalbt und seine Füße mit ihrem Haar getrocknet hatte. Deren Bruder Lazarus war krank.
(3) Da sandten die Schwestern zu Jesus und ließen ihm sagen: Herr, siehe, der, den du liebhast, liegt krank.
(4) Als Jesus das hörte, sprach er: Diese Krankheit ist nicht zum Tode, sondern zur Verherrlichung Gottes, damit der Sohn Gottes dadurch verherrlicht werde.
(5) Jesus aber hatte Marta lieb und ihre Schwester und Lazarus.
(6) Als er nun hörte, daß er krank war, blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er war;
(7) danach spricht er zu seinen Jüngern: Laßt uns wieder nach Judäa ziehen!
(8) Seine Jünger aber sprachen zu ihm: Meister, eben noch wollten die Juden dich steinigen, und du willst wieder dorthin ziehen?
(9) Jesus antwortete: Hat nicht der Tag zwölf Stunden? Wer bei Tag umhergeht, der stößt sich nicht; denn er sieht das Licht dieser Welt.
(10) Wer aber bei Nacht umhergeht, der stößt sich; denn es ist kein Licht in ihm.
(11) Das sagte er, und danach spricht er zu ihnen: Lazarus, unser Freund, schläft, aber ich gehe hin, ihn aufzuwecken.
(12) Da sprachen seine Jünger: Herr, wenn er schläft, wird's besser mit ihm.
(13) Jesus aber sprach von seinem Tode; sie meinten aber, er rede vom leiblichen Schlaf.
(14) Da sagte es ihnen Jesus frei heraus: Lazarus ist gestorben;
(15) und ich bin froh um euretwillen, daß ich nicht dagewesen bin, damit ihr glaubt. Aber laßt uns zu ihm gehen!
(16) Da sprach Thomas, der Zwilling genannt wird, zu den Jüngern: Laßt uns mit ihm gehen, daß wir mit ihm sterben!
(17) Als Jesus kam, fand er Lazarus schon vier Tage im Grabe liegen.
(18) Betanien aber war nahe bei Jerusalem, etwa eine halbe Stunde entfernt.
(19) Und viele Juden waren zu Marta und Maria gekommen, sie zu trösten wegen ihres Bruders.
(20) Als Marta nun hörte, daß Jesus kommt, geht sie ihm entgegen; Maria aber blieb daheim sitzen.
(21) Da sprach Marta zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben.
(22) Aber auch jetzt weiß ich: Was du bittest von Gott, das wird dir Gott geben.
(23) Jesus spricht zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen.
(24) Marta spricht zu ihm: Ich weiß wohl, daß er auferstehen wird - bei der Auferstehung am Jüngsten Tage.
(25) Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt;
(26) und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben. Glaubst du das?
(27) Sie spricht zu ihm: Ja, Herr, ich glaube, daß du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt gekommen ist.
(28) Und als sie das gesagt hatte, ging sie hin und rief ihre Schwester Maria heimlich und sprach zu ihr: Der Meister ist da und ruft dich.
(29) Als Maria das hörte, stand sie eilend auf und kam zu ihm.
(30) Jesus aber war noch nicht in das Dorf gekommen, sondern war noch dort, wo ihm Marta begegnet war.
(31) Als die Juden, die bei ihr im Hause waren und sie trösteten, sahen, daß Maria eilend aufstand und hinausging, folgten sie ihr, weil sie dachten: Sie geht zum Grab, um dort zu weinen.
(32) Als nun Maria dahin kam, wo Jesus war, und sah ihn, fiel sie ihm zu Füßen und sprach zu ihm: Herr, wärst du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben.
(33) Als Jesus sah, wie sie weinte und wie auch die Juden weinten, die mit ihr gekommen waren, ergrimmte er im Geist und wurde sehr betrübt
(34) und sprach: Wo habt ihr ihn hingelegt? Sie antworteten ihm: Herr, komm und sieh es!
(35) Und Jesus gingen die Augen über.
(36) Da sprachen die Juden: Siehe, wie hat er ihn liebgehabt!
(37) Einige aber unter ihnen sprachen: Er hat dem Blinden die Augen aufgetan; konnte er nicht auch machen, daß dieser nicht sterben mußte?
(38) Da ergrimmte Jesus abermals und kam zum Grab. Es war aber eine Höhle, und ein Stein lag davor.
(39) Jesus sprach: Hebt den Stein weg! Spricht zu ihm Marta, die Schwester des Verstorbenen: Herr, er stinkt schon; denn er liegt seit vier Tagen.
(40) Jesus spricht zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen?
(41) Da hoben sie den Stein weg. Jesus aber hob seine Augen auf und sprach: Vater, ich danke dir, daß du mich erhört hast.
(42) Ich weiß, daß du mich allezeit hörst; aber um des Volkes willen, das umhersteht, sage ich's, damit sie glauben, daß du mich gesandt hast.
(43) Als er das gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus!
(44) Und der Verstorbene kam heraus, gebunden mit Grabtüchern an Füßen und Händen, und sein Gesicht war verhüllt mit einem Schweißtuch. Jesus spricht zu ihnen: Löst die Binden und laßt ihn gehen!
(45) Viele nun von den Juden, die zu Maria gekommen waren und sahen, was Jesus tat, glaubten an ihn.
2.11 · Kopien der Wunderbilder im Rahmen von Restaurierungen
mit den in der 2. Hälfte des 19. Jahrhundert einsetzenden Restaurierungen (Restaurierungsversuchen) wurden Kopien der Wunderbilder angefertigt, wovon 3 Zyklen überliefert sind:
von Carl Ph., Schilling "Bildtapeten", welche einige Jahre vor die Originale gehängt wurden
von Franz Baer, Zeichnungen, die dieser vor 1884 angefertigt hat, die von Franz Xaver Kraus in einem großformatigen Band veröffentlicht wurden - in anderer Reihenfolge der Szenen. (Südwand von West nach Ost / Nordwand von West nach Ost), wobei Tafel 3 (Lazarus) eine Farbdarstellung ist
von Konrad Hecht, erstellt 1946, veröffentlicht in Hecht 1979
alle 3 Zyklen sind auch zu finden in Jakobs 1999 und Koshi 1999
Klick in ein Bild öffnet Diashow und zeigt die Bilder groß
Original (heute) & Kopien 1890/91 (Schilling) · vor 1884 (Baer) · 1946 (Hecht)
3 · Fresken am Triumphbogen
Schriftband Triumphbogen
CHRISTUS VINCIT CHRISTUS REGNAT CHRISTUS IMPERAT CHRISTUS AB OMNI MALO PLEBEM SUAM DEFENDAT
Christus siegt, Christus herrscht, Christus befiehlt; Christus verteidige sein Volk vor allem Bösen
Einzelbilder
Fotos oben aus dem Jahr 2012 / unten 2025
4 · Die zwölf Apostel
In gleicher Systematik wie die 8 Wunderbilder sind die 12 Apostel dargestellt; über den Wunderbildern; je 6 auf der Nord- und auf der Südwand.
Klick in ein Bild öffnet die Galerie
5.1 · Zehn Äbte (?)
Unter den 8 Wunderbildern sind 10 Äbte (?) auf den Bogenzwickeln über den Säulen dargestellt; je 5 auf der Nord- und auf der Südwand analog zu den 12 Aposteln, dazu auf gleicher Höhe am Treppenaufgang zum Chor je 1 Halbplastik (Stein)
5.2 · Zwei Sandsteinmedaillons
In der Darstellung der 10 Äbte oben sieht man in der Mitte auch 2 Sandsteinmedaillons, die mit den Äbten nichts zu tun haben außer, dass sie in exaktem Rhytmus diese 5er-Reihe fortsetzen bzw. anfangen. Nachfolgend diese beiden Tondi nochmal extra dargestellt, da sie eine spannende Geschichte aufweisen (Quelle Jakobs 1999):
Auf zwei weitere Fragmente sei hier kurz eingegangen. Sie sind heute in der Nord- und Südwand des Mittelschiffs von St. Georg in den östlichen Zwickeln der gemalten Arkadenbögen eingesetzt. Es handelt sich um zwei Sandsteinmedaillons (Gewölbeschlußsteine?) mit den Darstellungen des Hl. Georg im Kampf gegen den Drachen und des Löwen als Evangelistensymbol des Hl. Markus. Auch ihre Herkunft ist nicht gesichert. Nach einem anonymen Bericht und der Aussage Sauers fanden sich die Medaillons im Waschhaus des früheren Waldhüters Blum, von wo aus er sie nach Oberzell bringen und an ihrem jetzigen Platze einmauern ließ. Sauer bezeichnete sie als zum ehemaligen gotischen Lettner gehörig.
6.1 · Chor / Altar / Crucifix
6.2 · Die Orgel
Informationen zur Orgel
19 klingende Register, 2 Pedaltransmissionen
1106 Pfeifen aus Zinn-Legierungen und Holz, zu 80% aus der Vorgängerorgel von 1955 stammend
Mechanische Spieltraktur mit einschenkligen Tasten
Mechanische Registratur in griffgünstiger Anordnung,
2 Kollektivtritte
Baujahr 1985 Mönch Orgelbau Überlingen
Orgel-Disposition
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Hauptwerk I. Man. C-g3 |
Brustwerk II. Man. C-g3 |
Pedalwerk C-f1 |
|---|---|---|
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Principal 8' |
Gedackt 8' |
Subbaß 16' |
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Koppeln: II/I, II/P, I/P |
Intonation: Harald Oschler
Expertise: Konrad Philipp Schuba, Konstanz
Quelle: Website der Fa. Mönch Orgelbau Überlingen
Informationen auch auf Organ.Index
6.3 · Vierung - Kreuzgewölbe
6.4 · Spottbild / Crucifix
An der Nordwand des Langhauses ist neben den Altarstufen ein seltenes Spottbild aus dem 14. Jh. erhalten, das das Geschwätz der "tumben wibun", der törichten Frauen kritisiert. Dort heißt es:
Ich wil hie schribvn
von diesen tvmben wibvn
was hie wirt plapla gvsprochvn
vppigs in der wochvn
was wirt allvs wol gvdaht
so es wirt für den richtvr braht
(Ich will hier von den dummen Weibern schreiben; was hier an Blabla die ganze Woche geredet wird, dessen wird gedacht werden, wenn es einmal vor dem Richter steht.)
Das Gedicht ist auf eine Kuhhaut geschrieben, die von vier Teufeln im Kreis gedreht wird, und illustriert so wörtlich die Redensart vom Geschwätz, das auf keine Kuhhaut geht. Das Bild, in Sichtweite des Altars angebracht, mag den Priester ermahnt haben, in seiner Rede auf "weibisches Geplapper" zu verzichten.
Quelle: Wikipedia
Gegenüber - auf der Südwand - ein Gekreuzigter aus dem 14. Jahrhundert
7 · West-Apsis mit Weltgericht
Betritt man St. Georg und wendet an den Chorstufen den Blick nach Westen, ist man beeindruckt von dem die kpl. Apsis füllenden Fresko des Weltgerichts. Vielleicht erkennt man zunächst gar nicht, dass dies nicht aus ottonischer Zeit stammt, sondern im Barock, 1708/09, von einem örtlichen Maler (Rudolph Mohr) gemalt wurde. Ob es deswegen im Schrifttum so wenig Beachtung findet…?
Auch dieses Fresko wurde im Lauf der Zeit beschädigt, restauriert und ist heute nur noch als Fragment zu sehen.
Ich habe die Wiedergabe hier in 4 Ebenen gegliedert, von oben nach unten, beginnend mit der Heilig-Geist-Taube, darunter Gott-Vater, darunter Christus – somit die Trinität darstellend, unten die Erlösten und die Verdammten.
In der linken oberen Ecke hat sich als Fragment „Mose mit den 10 Geboten“ erhalten.
Zur gleichen Zeit wurde eine Orgel-/Sängerempore in die Westapsis eingefügt (siehe unten Bild 7.6.)
Abbruch der Empore 1890 – danach bis 1955 keine Orgel in St. Georg.
7 · Übersicht
7.1 · Obere Ebene: Gottvater & Heilig-Geist-Taube
7.2 · Mittlere Ebene: Christus - Weltenrichter
7.3 · Darunter: Kreuz-Ebene
7.4 · Unten: Tod - Auferstehung, Verdammnis
7.5 · In der oberen linken Ecke: Mose (kopflos) mit den 10 Geboten
7.6 · Blick auf die Apsis - mit der Orgelempore (vor 1890)
8.2 · Im Garten Gethsemane
Jesus in Gethsemane (Mt 26)
36 Da kam Jesus mit ihnen zu einem Hofe, der hieß Gethsemane, und sprach zu seinen Jüngern: Setzet euch hier, bis daß ich dorthin gehe und bete.
37 Und nahm zu sich Petrus und die zwei Söhne des Zebedäus und fing an zu trauern und zu zagen. 38 Da sprach Jesus zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis an den Tod; bleibet hier und wachet mit mir! 39 Und ging hin ein wenig, fiel nieder auf sein Angesicht und betete und sprach: Mein Vater, ist's möglich, so gehe dieser Kelch von mir; doch nicht, wie ich will, sondern wie du willst!
40 Und er kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend und sprach zu Petrus: Könnet ihr denn nicht eine Stunde mit mir wachen? 41 Wachet und betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallet! Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach. 42 Zum andernmal ging er wieder hin, betete und sprach: Mein Vater, ist's nicht möglich, daß dieser Kelch von mir gehe, ich trinke ihn denn, so geschehe dein Wille!
43 Und er kam und fand sie abermals schlafend, und ihre Augen waren voll Schlafs. 44 Und er ließ sie und ging abermals hin und betete zum drittenmal und redete dieselben Worte. 45 Da kam er zu seinen Jüngern und sprach zu ihnen: Ach wollt ihr nur schlafen und ruhen? Siehe, die Stunde ist hier, daß des Menschen Sohn in der Sünder Hände überantwortet wird. 46 Stehet auf, laßt uns gehen! Siehe, er ist da, der mich verrät!
Zwei Söhne des Zebedäus: Jakobus d. Ä. & Johannes (Evangelist)
9 · Die Glocken
Die Pfarrkirche St. Georg auf der Insel Reichenau verfügt über ein mittelalterliches, vierstimmiges Geläut.
Drei Glocken stammen aus dem 13. Jahrhundert, die vierte Glocke (bzw. Glocke 1) aus dem 15. Jahrhundert von Hans Schnabelburg.
"In dem breiten, fast behäbig wirkenden Turm von St. Georg in Oberzell haben sich drei Glocken des späten 13. Jahrhunderts erhalten. Die kleinste dieser frühen Glocken weist erstaunlicherweise noch die für Glocken des 12. und frühen 13. Jahrhunderts typische Zuckerhutform auf […].
Wie auch bei ihren beiden größeren Schwestern, wurde an ihrer Schulter eine Inschrift angebracht. Die dafür verwendeten Majuskeln sind hand-geschnitten, der jeweilige Text wurde zwischen Kordeln oder Schnüre gesetzt. Diese Kordeln und Schnüre versinnbildlichen ebenso wie die Texte die apotropäische Bedeutung der Glocken, eine Bedeutung, die sie im Volksglauben bis heute nicht verloren haben.’’
(Zitat aus: Kramer Kurt und Leusch, Frank T.: „ Die Glockenlandschaft der Insel Reichenau“, erschienen in: „Klosterinsel Reichenau im Bodensee: Unesco Weltkulturerbe. Arbeitsheft 8“, herausgegeben vom Landes-denkmalamt BW, Stuttgart 2001; S. 85f)
Quelle: Erzdiözese Freiburg · Glockensuche
dort auch Klangbeispiele
10 · Quellen
Publikationen über die Kirche St. Georg sind so zahlreich, dass man sie kaum / nicht mehr überschauen kann. Insbesondere in den großen Werken von Dörthe Jakos, Koishi Koshi und Josef und Konrad Hecht findet man wohl alle Beiträge, die in den letzten 150 Jahren zur Kirche publiziert wurden.
Zum Studium über St. Georg sei hier eine kleine Auswahl empfohlen, chronologisch nach Erscheinen geordnet:
2024
Welterbe des Mittelalters : 1300 Jahre Klosterinsel Reichenau : Große Landesausstellung Baden-Württemberg '24 / Badisches Landesmuseum, Karlsruhe (Hrsg.); Konzept: Dr. Olaf Siart ; Redaktion: Claus Hattler M.A., Marvin Gedigk M.A., Dr. Olaf Siart ; Bildredaktion: Claus Hattler M.A.
Ausstellungskatalog, Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg, 20.04.2024-20.10.2024, Konstanz
Regensburg : Schnell & Steiner, 2024
591 Seiten : Illustrationen
ISBN 978-3-7954-3874-6
2017
UNESCO-Weltkulturerbe Reichenau : die Wandmalereien in der Kirche St. Georg : Interdisziplinarität als Schlüssel zu einer nachhaltigen Denkmalpflege : Tagungsband des DBU-Abschlusskolloquiums 22.-24. März 2017 / herausgegeben von Dörthe Jakobs und Harald Garrecht ; mit Beiträgen von Paul Bellendorf, Francesca Capanna, Heidrun Feldmann, Jürgen Frick [und 27 weitere]
Konferenzschrift, 2017, Reichenau, Landkreis Konstanz, Reichenau
Stuttgart : Fraunhofer IRB Verlag, [2017] · Ostfildern : Jan Thorbecke Verlag, © 2017
Umfang / Format 246 Seiten : Illustrationen, Diagramme ; 30 cm x 21 cm
ISBN 978-3-7995-1228-2
2012
Reichenauer Wandmalerei 840 – 1120 : Goldbach – Reichenau-Oberzell St. Georg – Reichenau-Niederzell St. Peter und Paul / Walter Berschin unter Mitarb. von Ulrich Kuder
Heidelberg : Mattes, 2012
4 Seiten : Ill. ; 210 mm x 148 mm
ISBN 9783868090529
1999
Sankt Georg in Reichenau-Oberzell : der Bau und seine Ausstattung; Bestand, Veränderungen, Restaurierungsgeschichte / Dörthe Jakobs
Stuttgart : Theiss, 1999
565 & 311 Seiten, zahlr. Ill.
ISBN 380621462X
Rezension in
Schwäbische Heimat 2000/3 erweitert in:
ZUM Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet e. V. · Download
1999
Die frühmittelalterlichen Wandmalereien der St. Georgskirche zu Oberzell auf der Bodenseeinsel Reichenau
Koichi Koshi
Berlin : Dt. Verl. für Kunstwiss., 1999
ISBN 3871571636
1986
Die acht ottonischen Wandbilder der Wunder Jesu in St. Georg zu Reichenau-Oberzell : [Theo Keller zum 80. Geburtstag am 11. Jan. 1982 gewidmet] / eingel. u. beschr. von Wolfgang Erdmann. Farbabbild. nach Photogr. von Theo Keller sen.
Sigmaringen : Thorbecke, 1986
32 Seiten : zahlr. Ill.
ISBN 3799535004
1979
Die frühmittelalterliche Wandmalerei des Bodenseegebietes : Josef und Konrad Hecht
Sigmaringen : Thorbecke, 1979
XIX, 736 Seiten : Ill.
ISBN 379957008X
1884
Die Wandgemälde in der S. Georgskirche zu Oberzell auf der Reichenau / aufgenommen von Franz Baer. Hrsg. von Franz Xaver Kraus
Freiburg im Breisgau : Herder, 1884
21 Seiten , XVI Taf. : überw. Ill.
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Impressum
St. Georg fotografiert am 10.03.2006, 03.04.2009, 17.03.2012, erneut (kpl.) im November 2025
(c) 2026 Foto-Kunst Andreas Keller - Ehrenhalde 14, 70192 Stuttgart
Auf Kirchen-Online veröffentlicht erstmals am 04.04.2012 / neu am xx.07.2026
Übertragen in neues Webdesign im Juni 2024, inkl. update aller Links
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